Um in Frankreich eine Private-Label-Kosmetikmarke zu gründen, legen Sie Ihre Positionierung fest, wählen einen nach ISO 22716 zertifizierten Lohnhersteller, entwickeln und validieren Ihre Rezepturen und bringen die Produkte vor dem Verkauf in Einklang mit der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 (verantwortliche Person, Produktinformationsdatei, CPNP-Notifizierung). Ihr Zeitplan hängt vom gewählten Modell ab (White Label aus dem Katalog oder individuelles Private Label) und wird im Angebot je nach Projekt festgelegt. Planen Sie je nach Komplexität des Sortiments ein Startbudget von 3 000 bis 15 000 € ein.
Jetzt loslegen: Erfahren Sie, wie Sie Ihre Kosmetikmarke mit einem Hersteller gründen: über 1 000 Rezepturen, kostenlose Muster, EU- und FDA-Konformität.
Inhalt
- Private Label, White Label, Handelsmarke: Wo liegen die Unterschiede?
- Die 7 Schritte zur eigenen Private-Label-Kosmetikmarke
- Was kostet die Gründung einer Private-Label-Kosmetikmarke?
- Wie lange dauert der Aufbau Ihrer Marke?
- Müssen Kosmetika zwingend in Frankreich hergestellt werden?
- Wie wählen Sie das richtige Partnerlabor aus?
- Häufige Fragen (FAQ)
- Fazit
Eine eigene Kosmetikmarke zu gründen, war noch nie so zugänglich. Das Private-Label-Modell (oder White Label) ermöglicht es Unternehmern, Apotheken, Kosmetikinstituten oder E-Commerce-Marken, Produkte unter eigenem Namen zu vertreiben, ohne Werk oder F&E-Team. Bleibt die Frage nach den Schritten, dem französischen und europäischen Rechtsrahmen und vor allem nach dem richtigen Industriepartner. Dieser Leitfaden zeigt den gesamten Weg.
Das Wichtigste in Kürze:
- Private Label bedeutet, Produkte unter Ihrer Marke zu verkaufen, die ein externes Labor herstellt.
- In Frankreich ist kein Abschluss erforderlich, die Konformität mit der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 ist jedoch Pflicht.
- Sie müssen nicht in Frankreich produzieren: Entscheidend sind die europäische Konformität und die Einhaltung der Guten Herstellungspraxis (ISO 22716).
- Die Wahl des Lohnherstellers ist die wichtigste Entscheidung des Projekts.
- Die tatsächliche Einstiegsinvestition hängt vor allem von den Mindestbestellmengen (MOQ) und dem Grad der Individualisierung ab.
Private Label, White Label, Handelsmarke: Wo liegen die Unterschiede?
Diese drei Begriffe werden oft verwechselt. Hier eine klare Definition für jeden.
Private Label (wörtlich „Eigenmarke“) bezeichnet ein Produkt, das ein Labor herstellt und das anschließend unter der exklusiven Marke des Kunden verkauft wird. Die Rezeptur kann individualisiert werden und gehört kommerziell der Marke, die sie verkauft.
White Label ist im üblichen Sprachgebrauch der Kosmetikbranche fast ein Synonym für Private Label. Der technische Unterschied: Beim „reinen“ White Label startet der Kunde meist mit einer bestehenden Rezeptur aus dem Katalog des Herstellers, die lediglich in seinem Design verpackt wird. Beim Private Label geht die Individualisierung (Rezeptur, Textur, Wirkstoffe) in der Regel weiter.
Die Handelsmarke (Eigenmarke des Handels) ist ein Sonderfall: Es handelt sich um Produkte, die unter der Marke eines Handelsunternehmens verkauft werden (eines Supermarkts, einer Apothekenkette usw.).
| Modell | Herkunft der Rezeptur | Individualisierung | Für wen? |
|---|---|---|---|
| White Label | Katalog des Herstellers | Gering bis mittel (Verpackung, Duft) | Schneller Start, begrenztes Budget |
| Private Label | Eigene oder angepasste Rezeptur | Mittel bis hoch (Wirkstoffe, Textur) | Marken, die eine eigenständige Positionierung suchen |
| Maßgeschneidert (Full Custom) | In der F&E von Grund auf entwickelt | Maximal | Premiummarken, differenzierende Werbeaussagen |
In der Praxis sind die Grenzen fließend: Ein gutes Labor für Kosmetik-Lohnherstellung bietet alle drei Stufen an und empfiehlt Ihnen diejenige, die zu Ihrem Budget und Ihren Zielen passt.
Die 7 Schritte zur eigenen Private-Label-Kosmetikmarke
1. Positionierung und Zielgruppe festlegen
Bevor es um das Produkt geht, klären Sie Ihr Wertversprechen. Wen sprechen Sie an (empfindliche Haut, Männerpflege, Bio-Kosmetik, Dermokosmetik)? Über welchen Kanal verkaufen Sie (E-Commerce, Apotheke, Kosmetikinstitut, Marktplatz)? Zu welchem Preis und gegen welche Wettbewerber? Diese Positionierung bestimmt alles Weitere: die Wahl der Wirkstoffe, die Verpackung, die regulatorische Kommunikation und sogar das Herstellungsland.
2. Produktkategorie und Modell wählen
Wählen Sie ein stimmiges Sortiment, statt sich zu verzetteln. Ein kontrollierter Launch beruht oft auf 2 bis 5 sich ergänzenden Referenzen (zum Beispiel Reiniger, Serum, Creme). Jetzt entscheiden Sie auch zwischen White Label (Katalog) und Private Label (eigene Rezeptur). Ein Katalog individualisierbarer Kosmetikprodukte hilft, schnell einzuschätzen, was machbar ist und zu welchen Kosten.
3. Den Lohnhersteller auswählen
Das ist der strategischste Schritt. Der Lohnhersteller entwickelt, produziert und konfektioniert Ihre Produkte. Ein seriöses Labor sollte nach ISO 22716 zertifiziert sein (Gute Herstellungspraxis für Kosmetik), ein F&E-Team haben, Mengen passend zu Ihrem Launch akzeptieren und Sie in regulatorischen Fragen begleiten. Je nach Projekt bietet der Lohnhersteller White Label, individuelles Private Label oder Kosmetik als Bulkware zur eigenen Abfüllung an.
4. Rezeptur entwickeln und Muster freigeben
Jetzt ist die F&E gefragt. Das Labor formuliert (oder passt) das Produkt an und sendet Ihnen Muster zum Testen (Textur, Duft, Leistung, Stabilität). Diese Phase umfasst die Stabilitäts- und Verträglichkeitstests mit der Verpackung, die zur Festlegung der Haltbarkeit unverzichtbar sind. Denken Sie hier schon an die MOQ (Minimum Order Quantity): Die Mindestmenge pro Referenz bestimmt Ihre Anfangsinvestition maßgeblich.

5. Regulatorische Konformität herstellen (EG 1223/2009)
Jedes in Frankreich und der Europäischen Union verkaufte kosmetische Mittel muss die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 erfüllen. Die wichtigsten Pflichten sind:
- Eine in der EU niedergelassene verantwortliche Person (VP) benennen, die für die Konformität einsteht.
- Eine Produktinformationsdatei (PIF) erstellen, aufbewahren und für die Behörden bereithalten.
- Eine Sicherheitsbewertung durch einen qualifizierten Sicherheitsbewerter (Toxikologe, Apotheker) durchführen lassen.
- Jedes Produkt vor dem Inverkehrbringen im europäischen CPNP-Portal notifizieren.
- Die Regeln zur Kennzeichnung einhalten (Name und Anschrift der verantwortlichen Person, INCI-Liste, Nennfüllmenge, Mindesthaltbarkeit, Vorsichtshinweise, Chargennummer, Herkunftsland bei importierten Produkten). Seit dem 31. Juli 2026 müssen alle neu in Verkehr gebrachten Produkte zudem die Duftstoffallergene der durch die Verordnung (EU) 2023/1545 erweiterten Liste angeben (ab 0,001 % in Leave-on-Produkten und ab 0,01 % in Rinse-off-Produkten). Produkte, die vor diesem Datum in Verkehr gebracht wurden, dürfen bis zum 31. Juli 2028 verkauft werden.
In Frankreich ist seit dem 1. Januar 2024 allein die DGCCRF für die Marktüberwachung von Kosmetika zuständig, die Kosmetovigilanz liegt bei der Anses. Ein Lohnhersteller, der regulatorische Begleitung und die Erstellung der PIF anbietet, spart Ihnen viel Zeit und sichert Ihre Marke rechtlich ab.

6. Verpackung und Markenidentität gestalten
Die Verpackung (Primär- und Sekundärverpackung) muss vorschriftsgemäß, funktional und passend zu Ihrer Positionierung sein. Parallel dazu bauen Sie Ihre Markenidentität auf: Name, Logo, Gestaltungsrichtlinien, visuelle Welt. Denken Sie daran, Ihre Marke zu schützen, indem Sie den Namen beim INPI anmelden: Diese Anmeldung ist nicht Pflicht, aber dringend empfohlen, um Ihr Markenrecht abzusichern.
7. Launch, Vertrieb und Bekanntmachung der Marke
Die Zielgerade: Produktion der ersten Charge, Aufbau der Logistik, Eröffnung der Vertriebskanäle (Onlineshop, Verkaufsstellen, Distributoren) und Marketing (Social Media, SEO, Pressearbeit, Sampling). Mit Private Label können Sie je nach Absatz schnell nachbestellen, sofern Ihr Industriepartner reaktionsschnell ist.
Was kostet die Gründung einer Private-Label-Kosmetikmarke?
Die Kosten hängen vom Modell (White Label oder individuell), der Zahl der Referenzen und den Mengen ab. Hier einige Richtwerte für einen ersten Launch.
| Kostenposten | White Label (Katalog) | Individuelles Private Label |
|---|---|---|
| Entwicklung / Anpassung der Rezeptur | Inklusive oder gering | 500 – 3 000 € pro Rezeptur |
| Erste Charge (je nach MOQ) | 1 000 – 5 000 € | 3 000 – 10 000 € |
| Verpackung & Design | 500 – 2 000 € | 1 000 – 5 000 € |
| Regulatorische Konformität (PIF, Sicherheitsbewertung, Notifizierung) | 300 – 1 200 € pro Produkt | 300 – 1 200 € pro Produkt |
| Markenanmeldung beim INPI | Ab ca. 190 € (1 Klasse) | Ab ca. 190 € (1 Klasse) |
Insgesamt startet ein kontrollierter Launch oft bei rund 3 000 bis 5 000 € im White Label und bei 8 000 bis 15 000 € für ein differenziertes Private-Label-Sortiment. Die MOQ bleibt der wichtigste Hebel: Je niedriger sie ist, desto zugänglicher die Einstiegsinvestition.
Wie lange dauert der Aufbau Ihrer Marke?
Ein einfaches Sortiment im White Label kommt schneller voran als ein individuelles Private Label, das Rezepturentwicklung und Stabilitätstests erfordert. Ihr genauer Zeitplan wird im Angebot je nach Projekt festgelegt. Die Projektdauer hängt davon ab, wie schnell Muster freigegeben werden, wie die Verpackung beschafft wird und wie das regulatorische Dossier erstellt wird. Diese Schritte lassen sich teilweise parallel durchführen.
Müssen Kosmetika zwingend in Frankreich hergestellt werden?
Nein. Das Gesetz schreibt nicht vor, in Frankreich zu produzieren, um eine französische Marke zu verkaufen. Pflicht ist, dass das Produkt der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 entspricht und nach Guter Herstellungspraxis (ISO 22716) hergestellt wird und dass Sie über eine in der EU niedergelassene verantwortliche Person verfügen. Ein außerhalb der EU hergestelltes und importiertes Produkt ist völlig legal: Die regulatorische Verantwortung trägt dann der Importeur (oder die benannte VP). So ist es bei den Marken, die wir in Marokko herstellen: siehe unsere Seite Kosmetikhersteller in Marokko für französische Marken.
Die Angabe „Hergestellt in Frankreich“ ist eine Marketingentscheidung mit eigenen Ursprungsregeln, keine gesetzliche Voraussetzung für den Verkauf in Frankreich. Viele Marken arbeiten daher mit Laboren außerhalb der EU, die nach europäischen Standards produzieren. Genau das ist das Modell von Carmel Cosmetics Labs, einem nach ISO 22716 (GMP) und ISO 9001 zertifizierten Dermokosmetik-Labor, das über 500 Marken in 35 Ländern begleitet hat, mit Produkten, die für den europäischen Markt bereit sind.
Wie wählen Sie das richtige Partnerlabor aus?
Der Erfolg Ihrer Marke hängt stark von Ihrem Lohnhersteller ab. Prüfen Sie systematisch folgende Punkte:
- Zertifizierungen: mindestens ISO 22716 (GMP), idealerweise ergänzt durch ISO 9001 und Konformität mit Exportanforderungen (EG-Verordnung, FDA).
- F&E-Kapazitäten: individuelle Formulierung, Einbindung spezifischer Wirkstoffe und Durchführung der Stabilitätstests.
- Flexible MOQ: Mindestmengen passend zu einem Launch, mit der Möglichkeit, die Volumen zu steigern.
- Regulatorische Begleitung: Übernahme von PIF, Sicherheitsbewertung und CPNP-Notifizierung.
- Referenzen und Rückverfolgbarkeit: Portfolio betreuter Marken, Kundenbewertungen, Transparenz der Produktionskette.
- Leistungsspektrum: von der Rezeptur über Bulkware bis zur Konfektionierung, damit das Labor mit Ihren Anforderungen mitwächst.
Ein Full-Service-Labor erspart Ihnen viele Dienstleister und macht jeden Schritt vom Konzept bis zum Fertigprodukt verlässlicher.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen White Label und Private Label? White Label startet meist mit einer bestehenden Rezeptur aus dem Katalog des Herstellers, die im Design des Kunden verpackt wird. Private Label bedeutet eine weitergehende Individualisierung mit eigener oder stark angepasster Rezeptur. In der Kosmetikbranche werden beide Begriffe oft synonym verwendet.
Welches Budget braucht man für eine eigene Kosmetikmarke? Ein White-Label-Launch startet in der Regel bei rund 3 000 bis 5 000 €, ein individuelles Private-Label-Sortiment liegt eher zwischen 8 000 und 15 000 €. Der wichtigste Kostenfaktor ist die Mindestbestellmenge (MOQ).
Kann man eine Kosmetikmarke ohne Labor gründen? Nicht ohne konforme Anlagen. Die Herstellung muss der Guten Herstellungspraxis (ISO 22716) folgen und das Produkt der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 entsprechen. Der Weg über einen Lohnhersteller ist der Standard, um eine konforme Marke zu starten.
Braucht man in Frankreich einen Abschluss, um eine Kosmetikmarke zu gründen? Für die Gründung der Marke ist kein Abschluss nötig. Die Sicherheitsbewertung des Produkts muss jedoch zwingend von einem qualifizierten Sicherheitsbewerter (Toxikologe oder Apotheker) durchgeführt werden, der in der Regel vom Labor oder einem Regulatory-Dienstleister gestellt wird.
Welche regulatorischen Pflichten gelten für den Verkauf von Kosmetik in Frankreich? Sie müssen eine in der EU niedergelassene verantwortliche Person benennen, eine Produktinformationsdatei (PIF) erstellen, eine Sicherheitsbewertung durchführen lassen, das Produkt im CPNP-Portal notifizieren und die Kennzeichnungsregeln der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 einhalten.
Welche Mindestbestellmenge (MOQ) braucht man für den Start? Sie hängt vom Labor und vom Produkttyp ab. Manche Lohnhersteller bieten im White Label eine faire Mindestbestellmenge pro Referenz an, was jungen Marken den Einstieg erleichtert.
Fazit
Eine Private-Label-Kosmetikmarke in Frankreich zu gründen, ist ein machbares Projekt, wenn Sie drei Säulen beherrschen: eine klare Positionierung, eine konsequente regulatorische Konformität und ein zuverlässiges Partnerlabor. Mit dem White-Label- bzw. Private-Label-Modell konzentrieren Sie sich auf Ihre Marke und Ihren Markt und überlassen die industrielle und regulatorische Komplexität einem Experten.
Sie planen eine eigene Marke? Buchen Sie eine kostenlose Beratung bei Carmel Cosmetics Labs: Wir begleiten Sie von der Rezeptur bis zum Fertigprodukt, unter Einhaltung internationaler Normen.












































