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Duftstoffallergene 2026: Konformität in Kanada, EU, USA: Checkliste für White-Label-Marken

Regulatorische Fristen 2026 zur Deklaration von Duftstoffallergenen: Kanada 24 Allergene (bereits gültig), EU 81 Allergene (31. Juli), USA in Arbeit. Vollständige Checkliste, um Ihre Rezepturen zu prüfen und Etiketten vor den Fristen anzupassen.
Von Mohamed El Hjouji, Gründer von Carmel Cosmetics Labs ·
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Timeline allergènes parfum disclosure 2026 Canada 24 allergens, EU 81 allergens, USA FDA compliance dates
Inhalt

    Ab April 2026 ändern sich die Kennzeichnungsregeln für Duftstoffallergene in Kanada, Europa und bald auch in den USA grundlegend. Für jede Kosmetikmarke, insbesondere White-Label- und Private-Label-Marken, bedeutet dieser regulatorische Wandel: sofortige Prüfung der Rezepturen, Prüfung der gelieferten Duftstoffe und Aktualisierung der Etiketten vor Ablauf der Fristen.

    Dieser Artikel hilft Ihnen, sich in diesen komplexen Änderungen zurechtzufinden, mit einer praktischen Konformitäts-Checkliste, um Ihre Kosmetiklinien auf den wichtigsten Märkten abzusichern.

    Überblick: die kritischen Fristen 2026 und 2028

    Drei Daten, die Sie unbedingt kennen sollten:

    • 12. April 2026 (Kanada, bereits verstrichen!): Alle neuen und bestehenden Kosmetikprodukte in Kanada müssen mindestens 24 Duftstoffallergene deklarieren.
    • 31. Juli 2026 (Europäische Union): Alle neu in der EU in Verkehr gebrachten Produkte müssen 80+ Duftstoffallergene deklarieren (eine massive Ausweitung gegenüber den bisherigen 26).
    • 1. August 2026 (Kanada): Alle in Kanada neu vermarkteten Produkte müssen die vollständige Liste mit 81 Allergenen erfüllen (Angleichung an die EU).

    USA: Die FDA dürfte ihren Vorschlag im Mai 2026 veröffentlichen, die Anwendung wird für 2027 oder später erwartet.

    Warum diese plötzliche Ausweitung?

    25 Jahre lang umfasste die europäische Liste 26 Duftstoffallergene: Amyl Cinnamal, Benzylalkohol, Citral, Eugenol, Limonene, Linalool usw. Diese Moleküle sind als Auslöser von Kontaktallergien gut dokumentiert.

    2023 hat die Europäische Union einen deutlich vorsichtigeren Ansatz gewählt und die Liste auf mehr als 80 Stoffe erweitert, darunter nun Menthol, Citronellöl, Lavendelöl, Anethol, Benzaldehyd, Vanillin… im Grunde alle aromatischen Bestandteile, die potenziell ein Allergierisiko bergen, auch solche, die natürlich in ätherischen Ölen vorkommen.

    Direkte Folge: Enthält Ihr Duft Lavendelöl, Zitronenöl oder Rosenessenz mit mehr als 0,001 % (Leave-on), müssen Sie nun jedes identifizierte Allergenmolekül angeben, nicht nur den Namen „Parfum“.

    Die drei Regelwerke 2026: Kanada, EU, USA

    1. Kanada: stufenweiser Ansatz (bereits angelaufen)

    Phase 1 (12. April 2026) ✓ AKTUELL

    • Alle Produkte, neue wie bestehende, müssen mindestens 24 Duftstoffallergene in der INCI-Liste deklarieren.
    • Deklarationsschwellen: 0,001 % für Leave-on (Cremes, Make-up), 0,01 % für Rinse-off (Shampoos, Reinigungsprodukte).
    • Die genaue Angabe der Konzentrationen ist optional (keine Pflicht, außer der Inhaltsstoff steht auf der Beschränkungsliste).

    ⚠️ Akuter Handlungsbedarf: Ihr Bestand an Lieferantendüften muss jetzt geprüft werden. Health Canada verlangt, dass jedes Produkt mit Duftstoffen die enthaltenen Allergene ausdrücklich auflistet. Für Marken aus Québec siehe unsere Seite Kosmetikhersteller für Québec und Kanada.

    Phase 2 (1. August 2026)

    • Alle in Kanada vermarkteten neuen Produkte müssen die vollständige Liste mit 81 Allergenen deklarieren.
    • Bestehende Produkte haben bis zum 1. August 2028 Zeit, die Anforderungen zu erfüllen.

    2. Europäische Union: feste Frist im Juli 2026

    • 31. Juli 2026: Alle neuen Produkte, die nach diesem Datum eingeführt werden, müssen 80+ Allergene deklarieren.
    • 31. Juli 2028: Alle bestehenden Produkte müssen die Anforderungen erfüllen (2-jährige Übergangsfrist).
    • Identische Schwellen: 0,001 % Leave-on, 0,01 % Rinse-off.

    Kritische Auswirkung: Wenn Sie in die EU exportieren oder über europäische Distributoren verkaufen, gibt es keinerlei Spielraum. Jedes nach Juli 2026 formulierte neue Produkt muss die neue Liste zu 100 % erfüllen.

    3. USA: in Ausarbeitung (MoCRA)

    • Mai 2026: Die FDA dürfte eine Notice of Proposed Rulemaking (NPRM) veröffentlichen, im Grunde einen Entwurf der Regel mit Möglichkeit zur öffentlichen Kommentierung.
    • 2027 oder später: geschätzter Termin der endgültigen Anwendung.
    • Wahrscheinlich: Die FDA wird ihre Liste an die EU anlehnen (80+ Allergene) oder eine für den US-Markt angepasste Version wählen.

    Hinweis: Kalifornien hat die EU-Liste bereits eigenständig übernommen: Jede Marke, die in Kalifornien verkauft, muss bereits die 26+ Allergene angeben.

    Die vollständige Liste der 81 europäischen Allergene: die wichtigsten Punkte

    Die 26 bisherigen (Amyl Cinnamal, Benzyl Alcohol, Citral, Eugenol, Geraniol, Limonene, Linalool usw.) bleiben Pflicht.

    Die ~55 neu hinzugekommenen umfassen unter anderem:

    • Menthol: enthalten in Minzöl und erfrischenden Produkten.
    • Natürliche ätherische Öle: Citronella, Lavendel, Rose, Eukalyptus, Jasmin.
    • Pflanzliche Bestandteile: Anethol (Fenchel, Anis), Vanillin (Vanille), Benzaldehyd (Mandel).
    • Synthetische Moleküle: Hexyl Salicylate, Hexyl Cinnamal, Hexen-1-ol.
    • Moderne Isolate: Iso E Super, Galaxolide, Duftvorstufen.

    Folge: Ein „natürlicher“ Duft mit Lavendelöl + Vanilla Absolue + Rosenöl kann allein 10–15 deklarationspflichtige Allergene enthalten.

    Was das für Ihre White-Label- oder Private-Label-Marke bedeutet

    Szenario 1: Sie kaufen fertige Duftstoffe bei einem Lieferanten

    SOFORTMASSNAHME:

    • ✅ Verlangen Sie von Ihrem Lieferanten die detaillierte Zusammensetzung jedes Dufts, nicht nur „Fragrance Blend“, sondern Molekül für Molekül.
    • ✅ Prüfen Sie, welche davon auf der Liste der 81 EU- + 24 CA-Allergene stehen.
    • ✅ Lassen Sie sich ein unterschriebenes Certificate of Analysis (CoA) mit allen enthaltenen Allergenen geben.
    • ✅ Übernehmen Sie diese Angaben in Ihre technischen Produktdatenblätter und Etiketten.

    Häufige Fallen:

    • Billiglieferanten sprechen von „natural fragrance oil“: vage und nicht konform. Verlangen Sie die detaillierte Zusammensetzung.
    • „100 % reine“ ätherische Öle enthalten oft deklarationspflichtige Allergene: Abkürzungen gibt es nicht.
    • Komplexe synthetische Düfte (etwa „Fruity Floral“) können 20+ allergene Moleküle verbergen.

    Szenario 2: Sie entwickeln Ihre eigenen Düfte (mit einem Parfümeur)

    SOFORTMASSNAHME:

    • ✅ Arbeiten Sie mit einem IFRA-zertifizierten Parfümeur, der die Allergenlisten der EU und Kanadas kennt.
    • ✅ Verlangen Sie eine vollständige INCI-Zusammensetzung mit Konzentrationen (% jedes Allergens).
    • ✅ Stellen Sie sicher, dass jeder Rohstoff der Lieferanten (Essenzen, Isolate, Synthetika) vorab auf Allergene geprüft ist.

    Chance: „Hypoallergene“ oder „Clean“-Düfte (ohne die 81+ gängigen Allergene) werden zu einem starken Marketingargument: selten, hochwertig, unbedenklich.

    Konformitäts-Checkliste 2026: 7 Schritte zur Absicherung Ihrer Marke

    • ☐ Schritt 1: Prüfung der Rezepturen
      • Listen Sie alle Produkte auf, die „Parfum“ oder „Fragrance“ enthalten.
      • Besorgen Sie für jedes Produkt das technische Datenblatt des Lieferanten mit den INCI-Allergenen.
    • ☐ Schritt 2: Prüfung der Schwellenwerte
      • Leave-on (Cremes, Seren, Make-up) > 0,001 % = deklarationspflichtig.
      • Rinse-off (Shampoo, Reinigungsprodukt) > 0,01 % = deklarationspflichtig.
      • Im Zweifel? Vorsorglich deklarieren (lieber zu viel als zu wenig deklarieren → rechtliches Risiko).
    • ☐ Schritt 3: Kommunikation mit den Lieferanten
      • Senden Sie jedem Lieferanten eine schriftliche Anfrage: „Listen Sie alle in diesem Duft enthaltenen Allergene gemäß EU 81 + CA 24 auf“.
      • Fordern Sie eine unterschriebene Bescheinigung oder ein CoA an.
    • ☐ Schritt 4: Aktualisierung der Etiketten
      • Für Kanada: mindestens 24 Allergene ab dem 12. April.
      • Für die EU: 80+ ab dem 31. Juli (bei neuen Produkten).
      • Integrieren Sie die Deklaration in die INCI-Liste.
    • ☐ Schritt 5: Interne Dokumentation
      • Legen Sie eine Tabelle an: Produkt | Lieferantenduft | deklarierte Allergene | Schwelle | Markt (CA/EU/US).
      • Archivieren Sie die CoA der Lieferanten (Nachweis bei einer behördlichen Prüfung).
    • ☐ Schritt 6: Interne Schulung
      • Das Marketing- und Verpackungsteam muss wissen, dass „Fragrance“ allein nicht mehr ausreicht: Die einzelnen Allergene müssen aufgeführt werden.
    • ☐ Schritt 7: Konformitätsplan für die USA
      • Warten Sie die FDA-NPRM vom Mai 2026 ab, bereiten Sie sich aber schon jetzt auf eine EU-ähnliche Liste (81+) vor.
      • Wenn Sie Kunden in Kalifornien haben: Sie sind bereits verpflichtet.

    Schon jetzt „konforme“ Düfte auswählen

    Wenn Sie eine neue Linie starten oder Rezepturen erneuern, bevorzugen Sie:

    • Als „hypoallergen“ zertifizierte Düfte: Manche Hersteller verkaufen vorgeprüfte Blends ohne die 81 gängigen EU-Allergene.
    • Moderne synthetische Düfte: leichter zu dokumentieren als komplexe ätherische Öle.
    • Große Lieferanten (Givaudan, Symrise, IFF, Firmenich): bieten bereits vollständige Allergenlisten und CoA.
    • Volle Transparenz: Vermeiden Sie „Mystery Fragrance Blends“; verlangen Sie eine detaillierte INCI.

    Wie Carmel Cosmetics Labs Sie unterstützt

    Bei Carmel Cosmetics Labs wissen wir, dass diese neue regulatorische Komplexität überwältigend sein kann. Deshalb gilt:

    • ✅ Wir arbeiten ausschließlich mit geprüften Duftstofflieferanten: Alle unsere Partner liefern vollständige Allergenlisten + CoA.
    • ✅ Bei jeder White-Label-Rezeptur, die wir entwickeln, werden die Duftstoffallergene automatisch im Hinblick auf die Fristen in Kanada und der EU geprüft.
    • ✅ Wir übernehmen die vollständige INCI-Kennzeichnung: Sie erhalten ein verkaufsfertiges Produkt, das auf allen wichtigen Märkten rechtskonform ist.
    • ✅ Wir bieten regulatorische Unterstützung: Unser Team bleibt bei MoCRA, EU-Verordnung 2023/1545 usw. auf dem neuesten Stand.

    Wenn Sie 2026 eine Kosmetikmarke gründen, ist die Prüfung der Duftstoffallergene kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine gesetzliche Pflicht. Mit einem Laborpartner wie Carmel ist diese Prüfung bereits in jede Rezeptur integriert.

    Nächste Schritte: Handeln Sie jetzt

    Die Fristen rücken näher. Das sollten Sie diese Woche tun:

    • Montag: Prüfen Sie Ihren Duftstoffbestand (alle Produkte mit „Fragrance“ + Herkunft des Lieferanten auflisten).
    • Dienstag–Mittwoch: Fordern Sie von jedem Lieferanten detaillierte Allergenlisten + CoA an.
    • Donnerstag–Freitag: Erstellen Sie die Konformitätstabelle und identifizieren Sie Risikoprodukte.
    • Nächste Woche: Überarbeiten Sie die Etiketten und veranlassen Sie die Druckkorrekturen.

    Sie möchten diese Prüfung lieber einem Experten überlassen? Sprechen Sie mit unserem Regulatory-Team. Wir können Ihre aktuellen Rezepturen prüfen, Ihnen zu 100 % konforme Düfte vorschlagen und Ihnen rechtliche Risiken ersparen.

    Dieser Artikel gehört zu unserer Reihe Regulierung und Konformität: Lesen Sie auch unseren Leitfaden 2026 zu den neuen Kosmetikregeln nach Markt.

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    Mohamed El HjoujiGründer von Carmel Cosmetics Labs

    Mohamed El Hjouji ist Gründer von Carmel Cosmetics Labs, einem Kosmetiklabor in Agadir (Marokko), zertifiziert nach ISO 22716 (GMP) und ISO 9001. Spezialisiert auf White Label und Private Label, begleitet er mehr als 500 Beautymarken in über 35 Ländern: von der Rezepturentwicklung bis zur Produktion gemäß den Vorschriften der EU (EG 1223/2009) und der USA (FDA).

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